Schweizer Geschichte

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Rechtschreibung

 

Versuche, die deutsche Rechtschreibung zu normen, gibt es, seitdem geschrieben wird. Bis ins Mittelalter schrieb man so, wie man sprach. Zwangsläufig ergaben sich viele regionale Schreibregelungen, die nicht nur von Land zu Land, sondern auch von Schule zu Schule, von Druckerei zu Druckerei unterschiedlich waren.

Konrad Duden (3.1.1829 - 1.8.1911)Konrad Duden, „der Vater der deutschen Rechtschreibung“, begann 1871 die ersten Regeln zur Rechtschreibung zusammenzustellen und sich für die Vereinheitlichung der deutschen Rechtschreibung einzusetzen. Ein Jahr später erschien sein erstes Buch „Die deutsche Rechtschreibung. Abhandlungen, Regeln und Wörterverzeichnis mit etymologischen Angaben“. Nachdem 1876 die erste ortografische Konferenz zur „Herstellung grösserer Einigung in der deutschen Rechtschreibung“ von den meisten Länderregierungen abgelehnt worden war, gab Duden 1880 sein erstes Orthografisches Wörterbuch heraus. Es erschien 1880 in Leipzig und ist bis heute das Standardwerk der deutschen Rechtschreibung.
Mit diesem Werk als Grundlage konnte 1901 auf einer Konferenz in Berlin erstmals eine einheitliche deutsche Rechtschreibung beschlossen werden. Ihre Ergebnisse wurden 1902 durch Beschluss des deutschen Bundesrates für alle Bundesländer als verbindlich erklärt. Österreich und die Schweiz – in der bereits 1894 offiziell nach „Duden“ geschrieben wurde – folgten diesem Beschluss.

Am 1. Juli 1996 haben Deutschland und Österreich, die Schweiz und Liechtenstein sowie einige Länder, in denen Deutsch Minderheitensprache ist, eine gemeinsame Absichtserklärung zur Neuregelung der deutschen Rechtschreibung unterzeichnet. Ab 1. August 1998 gilt an allen Schulen die alte Rechtschreibung als überholt, bis zum 31. Juli 2005 jedoch nicht als falsch.
Insgesamt blieben von bisher 212 Rechtschreibregeln nur noch 112 übrig, die Kommaregeln wurden von 57 auf 9 reduziert. Im Grundwortschatz, der etwa 12.000 Wörter umfasst, wurden 185 Wörter geändert.