Schweizer Geschichte

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Die Schlacht am Morgarten

Vorgeschichte

Zu Beginn des 12. Jahrhunderts begann zwischen dem Kloster Einsiedeln und den Schwyzern der sogenannte Marchenstreit um die Gebiete des hinteren Alpthals und des oberen Ybrigs. Hintergrund dieses Streites war eine unterschiedliche Rechtsauffassung bezüglich der Gebietsansprüche. Beide Seiten erhoben heftig Anspruch auf das Gebiet an der Wasserscheide der Mythenkette.

Am 10. März 1114 entschied der römisch-deutsche Kaiser Heinrich V. den Rechtsstreit zugunsten des Klosters, denn sie konnten eine kaiserliche Urkunde vom 2. September 1080 vorweisen, wonach der Hochwald zwischen Schwyz und Einsiedeln als Reichsgut dem Kloster gehörte. Trotz dieses Urteils setzten die Schwyzer die Rodungsarbeiten fort und es kam immer wieder zu Überfällen auf das Kloster.

Diesem Jahrhunderte langen Streit vermochte auch eine neue Grenzziehung durch Rudolf von Habsburg im Juni 1217 kein Ende zu setzen, im Gegenteil: am 6. Juli 1314 überfielen die Schwyzer unter der Führung ihres Landammanns Werner Stauffacher das Kloster, nahmen Mönche gefangen und plünderten die gesamten Vorräte. Für die Habsburger, als Schirmherren des Klosters, war damit das Mass voll und am 15. November 1315 kam es zur Schlacht am Morgarten.

Sieg am Morgarten

Herzog Leopold I. hielt den Zeitpunkt für gekommen, einen Überraschungsangriff gegen die Schwyzer zu führen und sie dadurch in ihre Schranken zu weisen sowie deren provozierten Widerstand gegen den habsburgischen Machtanspruch zu brechen. Das Unternehmen wurde jedoch verraten und so konnten die Schwyzer entsprechende Vorkehrungen treffen. Zudem ging Herzog Leopold vermutlich davon aus, dass es für ein schwer gepanzertes Ritterheer ein Leichtes sei, mit einem Aufgebot von „Bauerntölpel“ fertig zu werden.
Die einfachsten militärischen Sicherungsmassnahmen wurden einfach nicht beachtet. In der Nacht vom 14. zum 15. November führte Leopold sein Heer vom Aegerisee über den Pass am Morgarten, ohne zu bemerken, dass die umliegenden Höhen von den Feinden besetzt waren. In dem unwegsamen Gelände waren aber die 3’000 gepanzerten Ritter den rund 1’200 beweglichen Eidgenossen nicht gewachsen. Unter einem Pfeil- und Steinhagel und dem Klang der Schlachthörner stürzten sich die Schwyzer und Urner mit Streitäxten und ihren gefürchteten Hellebarden auf die Ritter, die auf dem engen Terrain kaum eine Chance hatten. Ein entsetzliches Blutbad folgte und es gelang dem habsburgischen Heer nur mit Mühe sich aus dem Gemetzel zu retten. Zwischen 1’500 und 2’000 Toten blieben auf dem Schlachtfeld zurück, die Eidgenossen sollen nur zwölf Mann verloren haben.