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Albert Bitzius (Jeremias Gotthelf)

Jeremias Gotthelf (1797 - 1854)

   
Kurzbiografie
Albert Bitzius wurde am 4. Oktober 1797 in Murten als Sohn des Pfarrers Sigmund Bitzius und seiner 3. Frau Elisabeth, Bitzius-Kohler, geboren. Nach dem Besuch des dortigen Gymnasiums (1812-1814) erhielt er eine theologische Ausbildung auf der Berner Akademie (bis 1820). 1821 verbrachte er ein Semester in Göttingen und machte anschliessend eine Reise durch Norddeutschland - seine einzige „Auslandserfahrung“. Danach war er zunächst Vikar beim Vater in Utzenstorf und nach dessen Tod im Jahre 1824 Pfarrverweser in Herzogenbuchsee, Kanton Bern. 1829 kam er als Pfarrgehilfe nach Bern und 1831 als Vikar nach Lützelflüh im oberen Emmental. Dort wirkte er ab 1832 als Pfarrer und wurde 1835 auch Schulinspektor. 1833 heiratete er Henriette Zeender (1805 – 1872).

Mit ihr hatte er drei Kinder. Er gründete unter anderem eine Erziehungsanstalt für arme Kinder und bemühte sich um Hebung des Armen- und Schulwesens. Mit 39 Jahren begann Gotthelf seine schriftstellerische Tätigkeit. 1837 erschien sein autobiografisches Wek "Der Bauernspiegel oder: Die Lebensgeschichte des Jeremias Gotthelf". Unter seinem Pseudonym Jeremias Gotthelf schrieb er seine Dorfgeschichten in volkserzieherischer Absicht; aber seine Schilderungen des Emmentaler Bauernlebens wurden zu unvergänglichen Schöpfungen. Er wollte kein Dichter sein, war aber einer der besten. Jeremias Gotthelf starb am 22. Oktober 1854 in Lützelflüh.


Einige seiner Werke

Wassernot im Emmental
Wassernot im Emmental ist keine dichterische Erzählung, sondern ein Tatsachenbericht und zugleich Gotthelfs erste kleinere literarische Schrift.

Ein langer, harter Winter machte den Bewohnern des Emmentals zu schaffen und ein jeder ist froh, als endlich der Frühling einzukehren scheint. Doch schon kurze Zeit später entlädt sich ein grosses Unwetter über einem Teil des Emmentales. Dieses Gewitter schädigt Einzelne, doch wohl niemand denkt daran, dass es nur ein Vorbote sein soll, ebenso wie die folgenden Regengüsse, die sich über neun Tage hinziehen und grosses Unheil anrichten. Eine Morgens im August erhebt sich zunächst wieder die Sonne über das Tal, wird aber kurze Zeit später von dunklen Wolkenfronten verdeckt und ein schweres Unwetter kündigt sich an. Die sonst so friedlich Emme verwandelt sich in einen reissenden Strom, von den Einwohnern auch „Emmenschlange“ genannt, und reisst alles mit sich was sich dem Fluss in den Weg stellt, seien es Bäume, Brücken, Häuser, ganze Dörfer oder gar Tiere und Menschen. Vom Zusammenfluss der Emme und des Röthenbachs in Eggywil bis hinunter nach Utzenstorf richtet sie grosse Verwüstungen an.

Die schwarze Spinne

   
Die schwarze Spinne
Die leibeigenen Bauern von Sumiswald beklagen sich über die unmenschlich harte Herrschaft des Ritters Hans von Stoffeln, der seine Untertanen zwingt, innerhalb eines Monats einen Schattengang von hundert Buchen zum Schloss zu pflanzen. Da bietet der Teufel in der Maske des grünen Jägers seine Hilfe an. Er verlangt jedoch als Preis die Seele eines ungetauften Kindes. Für die entsetzten Bauern schliesst Christine, ein gottloses Weib, den Satanspakt, in der Hoffnung, den Teufel am Ende doch noch überlisten zu können. Der Teufel gibt Christine einen Kuss auf die Wange, der ihr durch den ganzen Leib fährt. Als ein Weib ein Kind gebärt, nimmt der gottesfürchtige Priester Kampf mit dem Bösen auf und tauft das Neugeborene. Das Mal auf Christines Wange, vom Kuss des Teufels, aber schwillt an.
Als der Priester erneut siegreich gegen den Teufel eingreift, verwandelt sich Christine in die Schwarze Spinne, die mordgierig die Menschen anfällt. Ein gottergebenes Weib, das ihre Kinder liebt, opfert ihr Leben und sperrt die Spinne mit einem Zapfen in ein Loch im Fensterpfosten ein. Zwei Jahrhunderte später haben sich Reichtum und Wohlstand im Tal ausgebreitet. Christen, ein Nachkomme jener opferbereiten Mutter, baut ein neues, prächtiges Haus. Das alte Haus mit dem Pfosten überlässt er den Knechten und Mägden, die an einem Weihnachtsabend auf dem Höhepunkt einer wilden Feier die Spinne befreien. Die Spinne macht wieder ihren Todesstreifzug, bis Christen sein Leben opfert und die Spinne wieder in den Fensterpfosten einsperrt.

Ueli der Knecht
Die Liebesgeschichte vom tüchtigen, aber widerborstigen Knecht Uli und vom braven Bernermeitschi Vreneli ist der klassische Bauernspiegel der Schweiz. Bis die beiden Dickköpfe zueinanderfinden, muss Uli viel lernen. Die unterschiedlichsten Menschen greifen in sein Leben ein. Da ist vor allem der Bodenbauer, ein aufrechter Landmann, mit seiner klugen, grossherzigen Frau; aber da sind auch der ewig unzufriedene Bauer Joggeli, dessen gute Bäuerin nicht gegen ihn aufkommt, und ihre nichtsnutzigen Kinder.

Ueli der Pächter
Aus Uli, dem ledigen Knecht, ist Uli, der Pächter und Familienvater, geworden. Das heisst freilich nicht, dass er nun im bequemen Nest sitzt. Widerstände und Rückschläge bleichen nicht aus, und sein Charakter verändert sich auch nicht zum Besseren. Wer weiss, was aus Uli geworden wäre, wenn er nicht seine wackere Frau Vreneli und ein paar gute Freunde hätte

Der Geltstag
Diese wunderschön traurige Geschichte ist eine Parabel über die Sucht nach Geld und Besitz und deren Folgen. Es ist aber auch eine Geschichte über die ungebändigte Freude am Leben und den Anspruch auf ein wenig Glück Da ist die "Gnepfi", eine Wirtschaft. Eine junge Wirtin namens Eisi, eine aufmüpfige, unangepasste und ebenso verletzliche Person. Und ihr Mann, Steffen, der junge Wirt, ein gutmütiger Geniesser. Für Eisi ist die "Gnepfi" ein Ort des Glücks. In ihrem neuen Heim angekommen ruft sie laut: «Hie mache mr üses Glück, Steffe!». Doch das Glück sucht nicht Eisis Seite. Nach zwei Jahren will man ihr die "Gnepfi" wieder nehmen. Sie wehrt sich, beisst, kratzt, schreit, verwünscht und weint. Es nützt nichts. Es kommt zum Geltstag. Die Wirtschaft wird versteigert.


Verfilmte Werke

Franz Schneider verfilmte 1954 "Ueli der Knecht" und 1955 "Ueli der Pächter" mit Liselotte Pulver und Johannes Schmidhauser. Auch verfilmt wurde die schwarze Spinne.